Autor Thema: [Schwingenstein] Das Brechen der Stille  (Gelesen 505 mal)

Offline Gmorks Bedauern

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[Schwingenstein] Das Brechen der Stille
« am: November 07, 2017, 15:52:41 »
VERRAT!!!

Das geschriene Wort zerriss die Stille im Raum förmlich, die den Berichten seines Markverwesers von Schwarzbergen, Gorn Bathel von Klammgrat, sowie mehreren Boten und Beratern gefolgt war. Berichte über die Vorkommnisse im dreimal verfluchten Klagefeld. Jener Ebene der Stille, welche vor vielen Jahren, in der unvergessenen Dunklen Nacht, der Familie von Pfalz einen großen Teil ihres Landes, ihre Leute und ihrer Jagdreviere geraubt hatte, und Chaos, Tod und Verderben über westliche Baronie von Galladoorn gebracht hatte. Doch nicht der Erfolg, dass der dunkle Altar Gorr’Ha’Shadyans in der Ebene der Stille gesegnet werden konnte, hatte den Baron begeistert, sondern eine andere Geschichte hatte ihn aufgebracht. Sehr aufgebracht. Eine Geschichte über Verrat. Verrat der Tannenbrandter Blauröcke. Schon wieder Verrat in den eigenen Reihen. Und schon wieder durch die Tannenbrandter. Romarik konnte nicht an sich halten. Es rumorte in ihm. Er schäumte geradezu. Der Schrei hatte nicht genügt...er musste sein Wut an irgendetwas auslassen. Er packte den kleinen Tisch von dem er gespeist hatte und fegte ihn beiseite, wobei er seinen Herold und Neffen Auros, der mit dem Rücken zu ihm vor seinem Thron stand, knapp verfehlte. Teures, importiertes Obst zerplatzte, Tonschalen zerbrachen, das wertvolle grüne Waldglas zerbarst und Teller aus Gold und Silber schlitterten über den Boden. Sofort stürzten Pagen herbei das ruinierte Geschirr fortzuräumen. Romarik schien es nicht zu bemerken. Noch einmal schrie er seine Empörung seinem Hof und den versammelten Gästen ins Angesicht, die sich zu einem herbstlichen Hoftag versammelt hatten, wie er sich zu fast jedem vollen Mond auf Burg Schwingenstein ereignete.

VERRAT!!! UND DAS NACH MEINER MILDE GEGENÜBER DIESEM GEWÜRM?

Die Stille wurde tiefer...und betroffener. Romariks wilder Blick huschte durch den Raum. Sustineo stand mit unbewegtem Gesicht schräg vor dem Thron des Barons und ließ das Gewitter wie so oft unbeeindruckt an sich vorüberziehen. Caidrach, der seinen Knappen Aramis von den Ereignissen hatte berichten lassen, schien die rechtschaffende Wut seines Herrn geradezu zu genießen. Die Boten Hagens von Wolkenstein, der Magiergilde, der Silbermondgilde und sogar eine Gesandte der Krone hingegen duckten sich etwas. Cataja, die bedeutende Hohepriesterin der Meret, stand umrahmt von den Priesterinnen Merika und Tarenja hinter dem Thron des Barons, flüsterte ihrem Herrn ein beruhigendes Wort zu, das Romarik ignorierte. Er brauchte, nein, wollte keinen Trost. Auch keinen Zuspruch. Er wollte einen Hals, den er würgen konnte. Er warf einen Blick auf den zweiten, kleineren Thron, der zur rechten neben dem seinen Stand. Svenja von Perchtograd lächelte ihn sanft an und legte ihre Hand beruhigend auf die ihres Verlobten. Caidrach, zusammen mit seinen beiden Knappen Aramis und Nike auf der anderen Seite des Saals, versteifte sich deutlich, als er das sah...Romarik sah es nicht, aber er ahnte es. Er tobte, wollte sich nicht beruhigen, fuhr fort Schmähungen in den Raum zu spucken, dass es den Boten flau im Magen wurde und schüttelte letztlich sogar Svenjas Hand ab, die nun ahnte, dass dieser Wutanfall, einer von vielen in der jüngeren Vergangenheit, wieder länger andauern würde. Gleichzeitig legte sich von der linken Seite seines Thrones die Hand von Romariks Schwester Tonya beruhigend auf die seine. Romarik entzieht auch ihr wütend die Hand, um anschließend seine Hände in die Lehnen des Throns zu krallen und sich schwer an die Lehne zurück sinken zu lassen, um kurz seine Möglichkeiten zu überdenken. Er musste darauf angemessen reagieren. In seiner Wut dachte er, dass er einst genau diese Situation moralischer Übergelegenheit herbeigesehnt hatte. Dennoch bestürzte ihn der Verrat der Kriegsknechte, SEINER Knechte, über die Maßen. Er dachte an die Zeit nach der Dunklen Nacht, als er alle Knechte noch selbst gekannt hatte, selbst vom Feld weg angeworben hatte. Was war aus seinem treuen Heerbann geworden, mit dem er jahrelang zusammen im Feld gestanden hatte? In Werdenfels, in Allerland, in Erbnacht, während der ersten und zweiten Schlacht am Dalatrium, in Versam? So viele Jahre...so viele Schlachten..so viele Tote. So viele Male, dass man Rücken an Rücken gestanden hatte. Während des Pfeilhagels, den die Velites der II. Legion Thaskars unweit von Langen auf sie niedergehen ließen. Oder kriechend in den Tempelkatakomben im allerländischen Eisenhardt. Männer, mit denen man die Tiefen der Niederhöllen durchquerte, und die man besser kannte als die eigene Mutter. Und nun? Kaum noch jemand übrig von den alten Kämpen. Und die anderen, die neuen? Knechte fremder Herren! Soldknechte! Jetzt suchte er einen Schuldigen....oder besser ein Opfer. Das Holz der Armlehnen knarzte bedrohlich in der nun herrschenden Stille. Seine Augen durchsuchten den Raum. Sein brennender Blick blieb auf seinem Ritter Caidrach Karlesce von Trutzwald und auf dem Markverweser Tariq von Wallstätt, beide willige Vollstrecker seines Willens, kurz liegen. Sein feuriger Zorn vermischte sich mit einem kurzen Gefühl des Triumphes. War sein Plan, den Gegner im Süden in Sicherheit zu wiegen, um einen teuren Bürgerkrieg zu vermeiden, nicht aufgegangen? Er hatte nun in den Augen der neutralen Häuser jede Legitimation zu handeln. Ja, er würde handeln...so dass man es verstand. Leider kostet ihn dieser Verrat mehr als er sich gewünscht hatte. Vielleicht sogar den Frieden selbst...und dann wäre alles umsonst gewesen. Das Gefühl von Triumph verflog, wie ein sanfter Geruch im Wind. Mit Verrat von Seiten der niederen Ränge hatte er nicht gerechnet. Niemals! Na, sei’s drum...

Die Stille, die den Ausbrüchen des Barons gefolgt war, hatte nur kurz gedauert. Sustineo wollte gerade ansetzen seinem Herrn zu raten und noch andere Berichte zu hören, als Romarik aus seinem Thron auffuhr und sein Stimme wieder unnachgiebig durch den Raum donnerte.

"CAIDRACH!

Der Markverweser Eichingens trat vor und neigte den Kopf.

Mein Lehnsherr!

Romarik fiel es sichtlich schwer in einem angemessenen Ton seine Befehle zu geben. Mühsam kontrolliert herrschte er seinen Untergebenen und treuen Ritter mit der Stimme des Rechtsprechers an, um klar zu machen, dass dies ein offizieller und justiziabler Befehl sein sollte.

Unser treuer und verdienter Vasall wird, noch bevor in diesem Umlauf der Schnee zu fallen beginnt, erneut mit Heeresmacht in den Süden ziehen und Gottfried von Tannenbrandt, Freiherr von Pavlodar und Saranesc klarmachen, dass Wir ihn als Verantwortlichen für diesen Verrat und den Anschlag auf den edlen Hagen von Wolkenstein, Ritter Galladoorns im Dienste des Fürsten Kolon von Rabenmund betrachten. Weiterhin wird er dort Unser Urteil vollstrecken, indem er sich jener treuen Berater annimmt, die dem Freiherren von Pavlodar und Saranesc offenkundig falsch beraten haben. Zudem soll er das Urteil überbringen, dass es ihm bis auf weiteres untersagt sei, Aushebungen zu unternehmen oder Söldner anzuwerben. Es sei ihm zudem die Nachricht überbracht, dass Wir aufgrund jüngster Ereignisse künftig auf seine Unterstützung bei der Aufrechterhaltung der Ordnung in Unseren Landen verzichten. Stattdessen sei es ihm untersagt die Knechte seiner Banner außerhalb seiner Grenzen einzusetzen. Bei jeder Form des Aufbegehrens von Seiten des Angeschuldigten sei diesem der Krieg von neuem erklärt und jede Form der gewaltsamen Umsetzung des Urteils sei Unserem Vasallen gestattet. Unserem Vasall soll nur Gewahr bleiben, dass es nicht in Unserem Interesse liege, dass größerer Schaden an unseren Besitztümern im Süden entstehe.

Caidrach zog ob dieser Befehle eine Augenbraue hoch und erlaubte sich eine Rückfrage. Nur um sicherzugehen, ob er auch richtig verstand, versteht sich.

Mein Lehensherr, dies könnte bedeuten, dass der Waffenstillstand brechen und der Bürgerkrieg wieder aufflammen könnte.

Romarik antwortete prompt und stellte seine Ansicht kompromisslos dar.

Wir sind uns dessen bewusst, doch sind Wir es leid Uns ständig mit Aufrührern und Verrätern aus den eigenen Reihen zu beschäftigen. Größere Dinge harren Unserer Aufmerksamkeit. Wir zweifeln verstärkt daran, ob es Unseren Lehensnehmern, die es nur noch aufgrund Unserer Gnade sind, möglich ist die Ordnung in ihren Landstrichen aufrecht zu erhalten. Wir fragen Uns fürderhin, wer dabei wohl mehr bei Uneinigkeit in der Sache zu verlieren hat: Wir, dessen Heerbann dann tief in Saranesc und bei Pavlodar stehen wird? Oder ein potentiell aufrührerische Freiherr, dessen Heerbann geschwächt, ausgedünnt und verstreut ist, weil ihm die Sammlung desgleichen untersagt wurde. Wir gehen davon aus, dass der Freiherr die Botschaft verstehen wird.

Caidrach schien diese Antwort ausreichend zu sein, denn er verbeugte sich steif, trat wieder zurück und flüsterte seinen beiden überaus fähigen Knappen (zumindest auf den Jungen traf das wohl zu) bereits erste Anweisungen zu. Svenja starrte Romarik mit undurchdringlichem Blick an. Er bemerkte ihren Blick von der Seite, kümmerte sich aber nicht darum, was sie darüber denken möge, dass er ihrem Vater gedachte seine engsten Vasallen zu nehmen. Wahrscheinlich wird sie ihm nachher, in der Stille seiner Privatgemächer, die sie nur mit seiner Erlaubnis betreten darf, ihre Meinung persönlich sagen. Tonya hingegen lächelte wie immer geheimnisvoll wie eine Sphinx, dieses sagenhafte Getier aus uralter Zeit und fernen Landen, höflich und unergründlich in sich hinein, jeden Gedanken verbergend. Doch er dachte nicht weiter darüber nach. Stattdessen heftete sich sein Blick auf den Markverweser der Brockenmark.

TARIQ!

Der Angesprochene glitt aus seiner Ecke ein paar Schritte vorwärts.

Herr?

Romarik fixierte den dunklen Markverweser der Brockenmark für einen Moment, sich mühsam beherrschend...noch einmal überlegte er, ob es wagen sollte. Doch seine Wut drängte jede Vorsicht, jedes Verharren, jedes Überdenken beiseite. Nun war die Zeit unnachgiebigen Handelns gekommen. Solchen Verrat konnte nicht weiter geduldet, wollte er weiterhin Respekt genießen.

Wir vermögen es nicht zu übersehen, dass dieser Verrat letztlich das Werk einzelner Knechte und ihrer Befehlshaber war, denen es beliebte einen edlen Herrn, zudem Schwingensteiner von Geburt und aus altem Hause, aus niedersten Motiven anzugreifen. Um Uns von Unserer Schuld gegenüber seiner fürstlichen Hoheit Kolon Rabenmund, dass unsere Untergebenen einen seiner Vasallen angegangen haben, reinzuwaschen, und um zu zeigen, dass Verrat und Paktierer nicht geduldet werden, werden Wir schnell und entschieden urteilen und strafen. Die Verräter selbst wurden bereits ihrer gerechten Strafe zugeführt, doch der Funke des Verrats mag noch weiter glimmen und diesen gilt es nachhaltig zu ersticken. Die Tannenbrandter Blauröcke sollen daher daran erinnert werden, wem letztlich ihre Treue zu gelten habe, nämlich uns, dem Hause Tauenrank! Unser Vasall wird daher die Jäger der Brockenmark entsenden, ausgestattet mit den speziellen Befugnissen, die wir Ihnen einstmals gegeben haben, um Unser Urteil den Verurteilten zu überbringen. Dieses lautet wie folgt: Aufgrund des wiederholten Verrats aus den Reihen der tannenbrandter Blauröcke und dem daraus erwachsenen Zweifel an der Loyalität zu Unserem Haus, werden aus jedem Banner der Hauptmann, sowie je einer der beiden Leutinger in Haft genommen, damit Sie später dem Tode übergeben werden können. Die Verurteilten werden durch die Jäger der Brockenmark aufgegriffen und den nächsten loyalen Vasallen zur Aburteilung übergeben werden. Den Verurteilten soll der Schuldspruch vor ihrem Ableben verlesen werden, damit sie verstehen mögen, dass ein Treueschwur nicht ohne Folgen gebrochen wird. Verrat hat auch Auswirkungen auf ihre Kameraden. Die Banner sollen über Anschläge von Unserem Urteil und dessen Rechtschaffenheit in Kenntnis gesetzt werden, so dass sie verstehen mögen, dass ein Verrat der ihren auch auf sie selber zurückfallen möge. Zusätzlich sollen sie über die Möglichkeit erfahren von nun an straffrei die Farben ihres in Ungnade gefallenen Herrn abzulegen, die Farben des Hauses Tauenrank anzunehmen und bei gleichem Lohn in den Dienst unseres vorübergehenden Statthalters im Süden...so dass sie vor dem Verrat ihre untreuen Kameraden befreit seien."

Romariks Blick haftet sich dabei kurz auf das sich verhärtende Gesicht Caidrachs.

"...einzutreten, um dabei zu helfen künftig Fehlverhalten zu vermeiden. Ihre Entscheidung hin zu Unseren Farben soll nicht als Bruch des Treueeides, denn als Bekenntnis der Treue zu Reich und Krone und Uns, dem getreuen Vasallen ihrer königlichen Majestät Vivane von Eichenhain in Schwingenstein angesehen werden. Nach Vollstreckung des Urteils mögen die Tannenbrandter Knechte künftig selbst darüber entscheiden, wie sie gedenken mit Verrat aus ihren Reihen umzugehen...

Romarik lässt sich wieder in seinen mächtigen, von den beiden Damenthronen flankierten Thronstuhl sinken, noch bevor Tariq entsprechend reagieren kann. So verbeugt dieser sich nur stumm und verlässt anschließend sofort den Saal, gefolgt von seinem treuen Hirion. Wieder herrscht Stille im Saal. Ein Teil der Anwesenden, vor allem die Boten, wirken geschockt, ob des brachialen Urteils. Romarik spürt, dass sich Cataja und Sustineo Blicke zuwerfen. In einer Ecke abseits vom Thron stehen Sperber und Azash zusammen und lächeln. Svenja legt wieder ihre Hand auf Romariks Handrücken. Romarik schaut sie lange an. Solange er das tut, bleibt es totenstill im Raum. Und noch bevor jemand etwas sagt, durchbricht wieder Baron Romariks Stimme noch einmal die Stille.

ALLE RAUS!

Der Herold Auros klopfte mit seinem Stab dreimal auf den Boden und verkündete das Ende des Hoftages. Dann beeilte er sich die Boten, verbliebenen Vasallen und Bediensteten hinaus zu scheuchen. Tonya warf ihrem Bruder einen langen und nachdenklichen Blick zu, bevor sie durch die hintere Tür entschwand, die in die privaten Gemächer führte. Auros überzeugte sich per Blickkontakt beim Baron, dass er auch gehen sollte, und nach dessen Nicken verschwand er durch die gleiche Tür wie zuvor seine Mutter und Svenjas niemals lächelnden Hofdame Dorothea von Lindelbrunn. Auch die Cousine des Barons Anna Katharina von Pfalz verließ den Raum durch diese Tür, ebenfalls  entlassen von ihrer Herrin Svenja, der sie als zweite Hofdame zur Seite stand. Dieses letzte und lautstarke Brechen der Stille kam nicht nur ihr wie ein Sinnbild des Friedens in der Baronie Schwingenstein vor, der nun drohte mit lautem Getöse wieder zu zerbrechen. Romariks Hoffnungen seinen Widersacher mit Milde und Friedenswunsch zu übertölpeln, schienen am Ende angelangt zu sein. Als alle draußen waren konnte nur Svenja sehen, wie Romarik sein nun sorgenvolles Gesicht in seinen Händen vergrub.

Später...
Tariq war soeben in Walstatt angekommen und hatte seine Befehle ausgegeben, als mit sanftem Lächeln Azash eintrat, der ihm offensichtlich von Burg Schwingenstein aus gefolgt war. Der alte Kamerad aus früheren Jahren und langjähriger Verbündeter mit verstörenden Fähigkeiten nickte zum Gruße nur knapp und hielt Tariq eine Schriftrolle mit dem blauen Siegel des Barons von Schwingenstein hin. Tariqs Augen wurden groß...blaues Wachs, nicht wie sonst rotes. Ein Befehl für die Bärentatze! Das hatte er länger nicht gesehen. Tariq brach das Siegel und entzifferte den Code des vermeintlich belanglosen Schreibens und las den dahinterliegende Befehl des Barons: Einem der pavlodarer Banner, dem Banner, dem die Verräter angehört hatten, sollte ein...Unfall...zustoßen, bei dem alle Knechte getötet werden sollten. Tariq prägte sich die Kernpunkte des Planes ein: Überführung durch Jäger...Flucht einiger Knechte...Panik...Chaos...Tod. Tariq verstand die Anweisung. Er warf die Schriftrolle in das Feuer, das den großen Saal seines Palas erwärmte und verschränkte die Arme vor der Brust. Stumm nickte er Arash zu, der wieder lächelte und danach den restlichen Tag so tat, als müsse er gerade mal einen alten Freund besuchen, weil auf der Burg gerade dicke Luft herrsche. Tariq jedoch gab einige besondere Befehle aus, mit besonderen Siegeln, die nur wenige seiner Leute würden lesen und verstehen können. Dieses Mal würde es keinen Krieg geben...Gottfried würde nicht mehr genügend Knechte dafür haben...
« Letzte Änderung: November 19, 2017, 21:07:21 von Gmork's Bedauern »
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Offline Gmorks Bedauern

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Re: [Schwingenstein] Das Brechen der Stille
« Antwort #1 am: November 07, 2017, 17:13:25 »
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« Letzte Änderung: November 07, 2017, 17:22:51 von Gmork's Bedauern »
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Offline Caidrach Karlesce von Trutzwald

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Re: [Schwingenstein] Das Brechen der Stille
« Antwort #2 am: November 07, 2017, 17:20:23 »
Einige Wochen später...


Das Fynjarfest.

Ein besonderer Abend mit unerwartet günstigem Verlauf. Ha! Mit prächtigem Verlauf! Cataja, die falsche Schlange, sie hatte seinen Köder geschnappt. Vorläufig würde nun Friede herrschen zwischen ihnen. Der Weg war geebnet

Es gab einen Brauch anlässlich dieser besonderen Nacht. Man schrieb Worte nieder, die für einen Toten gedacht waren. Diese wurden dann vor einem lodernden Feuer vorgetragen und schließlich den Flammen übergeben, auf daß sie hinübergetragen würden über die Grenze zwischen den Lebenden und den Toten. Für Humbug hatte er das gehalten, eine Ansicht, die er noch in derselben Nacht halbwegs revidiert hatte.

Kurzerhand hatte er jenen Brauch für seine Zwecke genutzt. Im Gepäck hatten sie einen Sack mit dem noch frisch tropfenden Kopf des Kasimir von Nevara, ehemals Statthalter von Perchtograd. Sie hatten ihn an der Grenze von Saranesc zu Schwarzbergen auf der Flucht gen Kharkov gestellt. Er war maßgeblich beteiligt gewesen am gescheiterten Attentat auf Hagen von Wolkenstein in der Ebene der Stille Ende des Sommers. Caidrach hatte das Meret-Amulett des Verräters bei dessen Hinrichtung ins blutige Gras fallen sehen. Es war eine Hatz gewesen. Die Männer des Blutlöwen hatten sich bei der Lichtung aufgeteilt, an der sie die Männer Kasimirs gestellt hatten und sie in die Wälder verfolgt. Der Ritter und seine Knappin hatten sich direkt hinter Kasimir her gemacht. Panisch und strauchelnd war dieser nach dem kurzen Scharmützel auf der Lichtung ins Dickicht gebrochen. Zähne zeigend und unheimlich lächelnd war der Ritter ihm gefolgt, Nike dicht bei. Bedrohliche Worte hatte Caidrach durch den Wald hallen lassen. Dem Flüchtenden hinterher. Der hatte sich immer wieder wild umgedreht, keuchend, vor Schweiß dampfend und mit dem blanken Entsetzen im Blick, den Blutlöwen witternd auf seiner eigenen Fährte zu wissen. Ahnend, wie sinnlos das eigene Mühen war, dem Schicksal noch einmal zu entgehen und irgendwie dem Todesritter entgehen zu können, der unnachgiebig das Rachewerkzeug des Barons für den wiederholten Verrat an Schwingenstein sein würde. Das Ende kam schnell und hart. Loses Geröll an einem Hang, Stolpern und Sturz in eine lehmige Grube. Nachgebender Matsch und erneutes Zurücksinken. Am Rande der Erhebung aufragende Beine in schwarzen Gewändern. Die grün gewandete Knappin schon auf der anderen Grubenseite. Kein Entkommen. Vorbei. Entsetzen und Todesangst standen dem einst so einflußreichen Stadtvogt von Perchtograd ins Gesicht geschrieben, als er auf Knien den nun vor ihm stehenden Ritter Schwingensteins anflehte, gnädig zu sein.
Nike kannte ihren Herrn nun seit längerer Zeit. Doch die Kälte und Verachtung in seinen Blicken in jenem Moment hatte sie tief in seine Seele schauen lassen. All die Schuldgefühle gegenüber denen die er nicht hatte vor dem Süden beschützen können, die Toten, die der Bruderkrieg verursacht hatte und deren Blut nun auch an Caidrachs Händen klebte, all die Verantwortung, die ihm über Leben und Tod dadurch auferlegt worden war, fanden nun ein willkommenes Ventil für das dunkle Tier in ihm, das so lange gebändigt worden war seit seinem Zusammenbruch um die Geschehnisse in Zusammenhang mit seiner Schwester und die Folgen wie Steinacker und Mühlenstieg.
Den Kopf des Verräters hatten sie mitgebracht, ja. Die Klinge des Ritters hatte ihn vom Rumpf des Verräters getrennt, ja. Doch nicht mit einem mächtigen sauberen Hieb. Nein. Der Todesritter hatte den panischen Schopf Kasimirs mit einer Hand gepackt. Jener wollte sich wehren, fand im schlammigen Morast keinen Halt, war überdies am Ende seiner Kräfte, die Augen schreckgeweitet als der Ritter die lange Klinge seitlich an den Hals setzte und langsam aber beständig zu sägen begonnen hatte…

Und hier nun, genau zu der Zeit, wo die Meretgläubigen ihren Toten gute Gedanken oder einen Nachruf übermittelten. Da vollendete Caidrach im Beisein von Cataja, Dimitrios und gut zwei Dutzend weiteren Anhängern der Mutter Meret die grausame Bestrafung des Herrn von Nevara indem er dessen Verbrechen beim Ritualfeuer von Nike aufzählen ließ, ihm und seiner Seele den Einzug in paradisische Gefilde ausdrücklich nicht wünschte und ewige Verdammnis für sie folgen solle. Im Namen und mit den aufrichtigsten und besten Grüßen der Toten von Eichingen und Schwingenstein, überbracht durch Caidrach Karlesce von Trutzwald!

Der Vollstrecker Romariks hatte nun mit seiner neuen Aufgabe begonnen.

Und dies war erst der Anfang...



In einem Feldlager mitten im Freiherrentum Saranesc im Süden Schwingensteins - vier Wochen später...


Aramis saß am Tisch mit den Karten der Region unter dem Baldachin, welchen man als Kommandozelt eingerichtet hatte.
Vor wenigen Tagen hatte ihn ein Bote aus Allerland erreicht, der ihm Kunde von seinem Herrn brachte. Er selbst hatte den Boten erst einige Tage zuvor nach Allerland geschickt um seinem Herrn zu berichten, dass das Lager wie befohlen eingerichtet wurde, und die Männer nach seinen Vorgaben in Stellung gebracht wurden, und er nun auf weitere Befehle warten würde.
Er stand auf und ging hinüber an die Glutschale, in der ein kleines Feuer prasselte, um sich die Hände zu wärmen. Die letzten Nächte waren kalt gewesen. Auch wenn es tagsüber noch recht warm wurde, spürte man, dass die Sonne bereits dem Winter wich. Ein letztes Aufgebot ihre warme Kraft zu spenden.
Man würde nicht mehr viel Zeit haben um die Winterernte einzuholen. Das Getreide stand bereits vielerorts erntereif auf den Feldern. Doch sein Herr hatte viele Männer aus den Dörfern eingezogen um nun endgültig den letzten Funken des Wiederstandes im Süden im Keim zu ersticken. Diese tollkühne Tat, kurz vor dem Winter noch einmal zu den Waffen zu greifen, hatte ihm vor ein paar Jahren bereits einen wichtigen Sieg geschenkt. Doch war es auch dieser Tage notwendig gewesen zu solchen Maßnahmen zu greifen? Was wäre, wenn sich sein Vorhaben doch unvorhersehbar in die Länge zog und man nicht mehr genügend Zeit haben würde, um die Männer zur Ernte zu schicken? Dies würde bedeuten, dass man wieder teures Getreide aus den anderen Baronien und Fürstentümern Galladoorns, oder gar aus dem Ausland einkaufen müsste. Aramis zweifelte an der Entscheidung seines Herrn und des Barons mit solcher Härte durchgreifen zu wollen. Auch wenn er selbst am besten wusste warum sie dies taten. Er selbst war dabei als die treulosen Tannenbrandter Soldaten, die sie in die Stille Ebene geleiteten, ihre Waffen gegen den Herrn von Wolkenstein erhoben. Und ihm selbst war es gelungen einen dieser Verräter zu erschlagen. Doch war es wirklich reiner Verrat und Rache, der diese ehrlosen Seelen antrieb? Oder sind ihnen die Nerven durch gegangen ob der Gefahr die in der Stillen Ebene auf sie lauern könnte und haben vielleicht nur in Panik gehandelt? Doch wie waren noch einmal ihre Worte, die sie ausriefen als sie sich gegen den Ritter wendeten? War es nicht „Für die alte Ordnung!“? Oder gar „Nieder mit dem Baron!“? Alles ging so schnell in dieser Nacht. Und noch wenige Augenblicke zuvor hatte er seinen Rittervater tot am Boden liegen gesehen, bevor sich der Zauber auflöste und die entstellte Fratze des Betrügers offenbarte, der sich für seinen Herrn ausgab.

Ein wieherndes Pferd riss seine Gedanken wieder in das Hier und Jetzt, denn er erinnerte sich wieder an die Nachricht des Boten.
Man sei auf Thaskarer gestoßen. Eine ganze Zenturie. Der Waffenstillstand wurde gebrochen. Man konnte sie aber zurückschlagen. Und Nike wurde schwer verwundet.
Um sie machte er sich am meisten Sorgen. Er wusste nur zu gut wie gerne seine Knappenschwester ihre Deckung im Kampf vernachlässigte. Nur war es bisher immer er oder sein Rittervater gewesen die diese Nachlässigkeit schamlos ausnutzten, um ihr ein paar blaue Flecken zu bescheren. Die Thaskarer würden es jedoch nicht bei blauen Flecken belassen. Nervös und ungeduldig ging er unter dem Baldachin auf und ab. Er dachte nach.

Hierher werden sie Vorerst nicht kommen. Man würde Nike erst sicher nach Eichingen bringen. Und, wenn die Berichte über ihre Verletzungen stimmten, würde man ihr die Strapazen der Straße ersparen und den Weg über das Wasser, den Rhyn hinauf nach Eichingen, nehmen. Auch wenn dieser ein paar Tage länger dauern würde. Dessen war er sich sicher.
Er ließ den Kommandanten der Blauröcke rufen und befahl ihm die Stellungen weiter zu halten und wie geplant fort zu fahren. In ein paar Tagen würde er mit seinem Rittervater zurückkehren und das weitere Vorgehen besprechen. Danach ging er zu dem Pferch in dem man die Pferde hielt, sattelte seine Stute und machte sich auf den Weg  nach Eichstetten.
Dann sollen sie eben kommen... !!!

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Offline Arne

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Re: [Schwingenstein] Das Brechen der Stille
« Antwort #3 am: November 07, 2017, 22:46:13 »

Es gibt viel zu lesen und zu debattieren in den Hohen Hallen von Königstolz dieser Tage ob der Ereignisse in Schwingenstein ...

Der Akademieleiter legt das Pergament mit neuesten Berichten aus der Region zur Seite und schenkt sich neuen Wein ein. Darüber wird gesprochen werden müssen. Und wollte er den Ritter Caidrach nicht sowieso wegen einer anderen Sache schon längst gesprochen haben?

Er greift nach Papier und Feder ...
« Letzte Änderung: November 07, 2017, 22:55:48 von Arne »
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Offline Caidrach Karlesce von Trutzwald

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Re: [Schwingenstein] Das Brechen der Stille
« Antwort #4 am: November 08, 2017, 10:06:57 »
Revenge
Dann sollen sie eben kommen... !!!

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Offline Alvin

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Re: [Schwingenstein] Das Brechen der Stille
« Antwort #5 am: November 08, 2017, 16:15:59 »
Burg Schwingenstein, einige Tage nach den Befehlen des Barons

Auros stand mit einem Kelch Wein in der Hand auf den hohen Zinnen der Burg und blickte gen Süden. Obwohl der Wind im eisig ins Gesicht schnitt, musste er lächeln. Jetzt endlich würden diese Verräter bekommen, was ihnen schon vor Jahren zugestanden hatte, dachte er. Frieden? Pah! Er hatte es schon damals für eine ungewohnte Schwäche seines Onkels gehalten, die Waffen schweigen zu lassen, obwohl der endgültige Sieg so nah gestanden hatte. Er selbst hatte in diesem Kampf fast sein Leben gelassen und war nun nicht länger in der Lage dauerhaft das Schwert zu ergreifen. Jetzt, wo sein Onkel wieder zu Sinnen gekommen war, würden die Rädelsführer dieses Aufstandes sicher endlich ihre gerechte Strafe erhalten. Vielleicht wäre dann diese sogenannte Friedenshochzeit auch nicht mehr länger nötig und ihm würde weitere Konkurrenz innerhalb der Familie doch noch erspart werden. Er spülte die Gedanken an die Verlobte seines Onkels mit einem großen Schluck von dem sauren Wein herunter.

Dann widmete sich sein Geist wieder angenehmeren Dingen. Wenn der Süden erst endgültig gefallen und die alten Familien von ihren Burgen vertrieben wären, gäbe es sicher Möglichkeiten für einen aufstrebenden jungen Adeligen. Sein neuer Posten als Herold könnte dafür am Ende doch ein ganz guter Ausgangspunkt sein. Und den Caidrach hatte er in Allerland vorerst auf seine Seite ziehen können. Sicher würde er dem Ritter auch Zugeständnisse machen müssen, doch das was dieser begehrte war für Auros von höchstens sentimentalem Interesse - und für so etwas hatte er in der Regel keine Zeit. Er wandte sich zum Gehen. Ja, all dies könnte sich sehr gut Entwickeln, dachte er. Er musste nur weiter treu hinter seinem Onkel stehen und zur richtigen Zeit am richtigen Ort sein. Seine Mutter würde schon die richtigen Worte an das Ohr ihres Bruders tragen. Schließlich hatte sie selbst auch viel durch ihn zu gewinnen. Er konnte sich schon glücklich schätzen, von so einer gerissenen Frau geboren worden zu sein. Alles was jetzt zu seinem Glück noch fehlte war, dass dieser Konflikt weiter entflammte. Vielleicht könnte hier das ein oder andere Wort von seiner Seite die Glut weiter schüren. Zufrieden lächelnd ging er in seine Privaträume zurück und ließ sich mit einem Fingerschnipsen noch einen Wein bringen - diesmal einen von den besonders guten. Schließlich schien der Krieg wieder zurückzukehren. Und das sollte er feiern.
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Offline Excellenz

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Re: [Schwingenstein] Das Brechen der Stille
« Antwort #6 am: November 09, 2017, 00:55:43 »
Sustineo war in der Folge der nun ausbrechender Ereignisse kaum mehr zu erblicken. Wohl einzig Sperber wusste tatsächlich das er da war, da die spätnächtlichen Mahlzeiten regelmässig abgefordet worden. Dafür ergoss sich ein Strom von Boten welche beständig...die verdoppelten Burgwachen passierend....ein und aus gingen. Nach den ersten Vollstreckungen von Caidrach und Tariq schwoll der Strom nochmals an. Das Geschäft florierte.....das Geschäft mit Angst und Ungewissheit! Der Süden hatte sich mit Geld versorgt. Einerseits um die Rebellion zu finanzieren und andererseits um im Ergebnis des darauffolgenden Friedens die eigene Position so verbessern oder zu festigen. Einige Familien hatten sich Grosses versprochen und auch versprochen bekommen...jedoch leider von den vermeintlichen Siegern. Diese wurde jetzt sehr offensichtlich zu Verlierern. Ja zu Verrätern. Und Verräter haben ein kurzes Leben. Und wer nur noch kurz zu Leben hat.....kann seine Schulden nicht mehr bezahlen. Die Geldverleiher und Wechselhändler, vor allem in Kharkov waren in heller Aufregung. Sie bangten um ihr Geld und fürchten Totalausfälle. Wechsel und Schuldbriefe wurde zu kaum einem Drittel des Wertes angeboten. Noch wichtiger waren jedoch die Namen die darauf standen und Aufschluss über die jeweiligen Personen gaben. Sustineo lies über Mittelsmänner und weitere nicht Galladoorner Geldwechsel diese Schuldbriefe und Wechsel zu Spottpreisen aufkaufen. Erstellte im Abgleich mit dem Lehns- und Steuerregister eine Verdächtigenliste und priorisierte diese. Somit fiel auch noch eine Liste der als Sicherheit angegebeben Wertgüter ab welche sogleich in einem Konfiszierungsbefehl aufgelistet wurden. Diese wurden dann mit Eilboten an Caidrach und Tariq verbracht, welche zu ihrem Erstaunen, neben Boten und Befehl auch gleich Fuhrwerk und Männer zum Abtransport vorfanden. Die Wechsel und Schuldscheine wurden danach selbstverständlich mit Gewinn weiter veräussert. Natürlich nicht ohne vorher zu prüfen ob auf allen der Passus in Bezug auf lehnsrechtliche Konfiskation infolge Treuebruch auch vermerkt war.
« Letzte Änderung: November 09, 2017, 01:00:03 von Excellenz »
"Magie hat hier nur Vorteile und keinen Nachteil. Das erscheint mir deinem "Opfer" gegenüber nicht fair zu sein!"

Wo steht das Magie fair ist!!??

Offline Susi

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Re: [Schwingenstein] Das Brechen der Stille
« Antwort #7 am: November 09, 2017, 12:20:40 »
Catajas Herz ist schwer in diesen Tagen.

Die Wuntanfälle des Herren Baron nehmen zu, alle um ihn scheinen nur ihren auf ihren eigenen Vorteil aus zu sein. Wo war die Einigkeit die Schwingenstein so stark gemacht hatte?
Sie seufzt und setzt sich wieder daran die Priester der Mutter zu Denen zu schicken die Ihrer am meisen bedurften. Wohl wissend das sie in dierser Zeit selbst in Schwingenstein womöglich nicht sicher sein würden.

Doch wie seit vielen Generationen hatte der Kult der Meret den Menschen Trost, Heilung und Beistand geleistet. Und jetzt da der Herr von Truztwald allen die zum Heiligen Hain wollen um eben um diese Dinge die ihnen zustanden zu ersuchen Silber abnahme...........was blieb da als die Priester vermehrt aus zu schicken. So viel Not, so wenig wa sie dagegen tun kann.

Ihr Blick fällt auf das einzige Blatt Papier auf ihrem Tisch, das sich nicht mit Verwaltung beschäftigt
Eine Nachricht. Viele schreib sie in letzter Zeit. Für die Ohren, die sie nicht mehr hören können. Für den der ihr nicht mehr antworten kann


Ich kann nicht mehr weinen,
meine Augen sind so leer.
Ich finde Trost im Glauben
und doch ist es so schwer.

Ich kann nicht mehr weinen,
meine Augen tuen weh.
Kann alles nicht begreifen,
auch wenn ich das Leid des Landes seh

Kann nicht mehr weinen,
meine Augen sind entsetzt
Was ist nur geschehen
Das man sich ihm so wiedersetzt?

Ich kann nicht mehr weinen
du fehlst mir jeden Tag
Wie oft fehlt mir die Schulter,
die meinen Last mit tragen mag.


Die Tränen, die das Blatt netzten strafen die Worte darauf Lügen.  Doch ihr Pflicht ruft. Die wischt die Tränen fort und arbeitet weiter.
Auch wenn es schwer fällt, man muss Prioritäten setzten: " Die nur noch röcheln können zuerst, der Rest zieht sich bitte eine Nummer..."  ;-)

Offline Susi

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Re: [Schwingenstein] Das Brechen der Stille
« Antwort #8 am: November 09, 2017, 13:00:36 »
Nach einigen Stunden war ihre Arbeit getan

Priester und Priesterinnen die keine direkte Verbindung dorthin hatten, würden Tariq praktisch auf dem Fuß folgen. Die Familien der Gerichteten auffangen, auf das kein weiterer Groll entstehe.

Mit 1-2 Tagen Verzögerung würden ihm 2 Ordensrotten folgen, falls es doch zu Unruhen käme. So stünde zumindest erst mal nicht wieder Bruder gegen Bruder.
Und falls man sich gegen die Priester wenden sollte.
Beruhigende Mittel würden hergestellt werden und dann an dei stellen verbracht wo man sie benötigt. UM den ersten Schmerz des Verlustes zu lindern. Den Rest würden die Zeit und Mutter Meret tun.

Ihr Schreibtisch leer, bis auf die Worte an Boris.....
Cataja erhebt sich, langsam, müde.
Wieder würde sie eine Nacht im Gebet verbringen.
Auch wenn es schwer fällt, man muss Prioritäten setzten: " Die nur noch röcheln können zuerst, der Rest zieht sich bitte eine Nummer..."  ;-)

Offline Chris M.

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Re: [Schwingenstein] Das Brechen der Stille
« Antwort #9 am: Dezember 02, 2017, 00:06:02 »
Pavlodar, etwa 4 Wochen nach Ausgabe der "Sonderbefehle"

Mit einem abschließenden Nicken überantwortet Hîrion dem Stadtbüttel den letzten Soldknecht aus einer kleinen Reihe gebundener Tannenbrander - es handelt sich um einen ehemaligen Leutinger. Sein Blick ist gebrochen, genauso wie sein rechter Arm und seine Nase. Bei seiner Ergreifung ist man mit ihm nicht gerade zimperlich umgegangen. Jetzt ist sein Widerstand erloschen. Er weiß, was ihm bevorsteht...die Kunde hinsichtlich der Befehle seiner Hochwohlgeboren hatte in Schwingenstein sehr schnell die Runde gemacht. Folglich war es für die Jäger auch nicht immer einfach gewesen, der verurteilten Tannenbrander habhaft zu werden. Viele hatten bei Bekanntwerden des Richtspruchs wild reißaus genommen - erst recht, als kurz darauf ein komplettes Banner Tannenbrander Blauröcke tot in ihren Betten aufgefunden wurde. Todesursache - bislang ungeklärt. Doch letzten Endes konnte sich niemand den Verhaftungen entziehen. Zahlreiche Jägerklüngel waren in der ganzen Baronie unterwegs gewesen und hatten einen Tannenbrander nach dem nächsten aufgespürt, nach altem Recht festgesetzt und alsbald der Obrigkeit überantwortet. Jedem etwaigen Widerstand wurde mit gnadenloser Härte begegnet. So fand mancher Tannenbrander bereits vor Verkündigung seines Richtspruchs den Tod. Mit der Übergabe dieser letzten Gefangenenkarawane sind jetzt allerdings nur noch eine Hand voll Gesuchte auf der Flucht. Doch auch diesen Verrätern an Land und Heimat soll noch Gerechtigkeit widerfahren. Aus sicherer Quelle gab es Hinweise darauf, dass die wenigen verbliebenen Tannenbrander den Rhyn überquert haben sollen, um in der Kronmark unterzutauchen und dem Zugriff der Jäger zu entgehen - eine vergebliche Hoffnung!

Mit der Hand winkt Hîrion einen Anwärter herbei: "Dimitrii, Nachricht an Jona. Wir überqueren noch heute Nacht den Fluss. Sie soll mit ihrem Klüngel so bald wie möglich folgen. Zusammentreffen in vier Tagen am vereinbarten Treffpunkt. Nein, Korrektur. In fünf Tagen. In vier Tagen ist die Lichternacht...die längste Nacht des Jahres. Da wird Jona vermutlich anderes zu tun haben. Und Dimitrii, richte ihr aus, sie soll sich zurückhalten. Mit Überschreiten der Grenze zur Kronmark erlöschen unsere Sonderbefugnisse...Sobald die Nachricht überbracht ist, kehrst du zu uns zurück. Du weißt, wo du uns findest!"

Der Anwärter nickt, dass er verstanden hat und verschwindet ohne ein weiteres Wort.
Mit einem letzten Blick auf die gebundenen Tannenbrander hebt Hîrion den Arm. "Jäger, bei mir sammeln und zum Aufbruch bereit machen. Die Jagd ist noch nicht vorbei..."

Einige Zeit später überquert ein Klüngel Jäger die Rhynbrücke nach Heven.

Wer braucht schon den Blutlöwen, wenn er die Bluthunde loslassen kann...

« Letzte Änderung: Dezember 03, 2017, 14:16:17 von Chris M. »
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