Autor Thema: In Herzfeld  (Gelesen 70 mal)

Offline Daniel

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In Herzfeld
« am: Dezember 09, 2019, 21:55:58 »
Das Dorf Tannenstein in der Gemarkung Herzfeld
Am Morgen des 10. Tages des 12. Monats 19 Viviane

Der Morgennebel hing noch zwischen den Häusern, als das dritte Halbbanner über die Hauptstrasse auf den Dorfplatz marschierte und am Drachenschrein Aufstellung nahm. Der Leutner nahm eine Glocke und begann zu läuten. Er endete erst als die Bewohner des Dorfes, teils noch im Schlafrock, sich auf dem Platz eingefunden hatten.
"Bürger von Tannenstein, es gibt Aussagen das die Lehren des Furor Drakonis in eurem Dorf mit wohlwollen aufgenommen werden."
Begann der Leutner als die Bewohner unruhig wurden.
"Was wollt ihr?" "Schert euch zu eurer Götzendienerin!" "Der Furor sagt die Wahrheit"
Erklang es aus der Menge.
Der Leutner ließ sich nichts anmerken, als er ruhig weiter sprach.
"Am morgigen Tage wird ein Legat der Gemeinschaft euer Dorf besuchen."
Ein Murmeln ging durch die Menge.
"Jeder, der dem Furor abschwört ist frei. So wie es die Krone verlauten lies."
Ein Mann löste sich aus der Menge.
"Und der Rest? Der wird diesem Unhold für seine Blutopfer vorgeworfen?"
Mit einem Surren schlug ein grün gefiederter Pfeil vor dem Mann in den Boden ein. Die Leute schauten in die Richtung aus der das Geschoss gekommen war, und sahen wie ein drahtiger Mann sich vom Schuppen des Bäckers schwang. Dieser ging nun auf die Menge zu und warf die Kapuze seiner Gugel zurück.
"Was erzählt ihr hier?" Sagte Farodin Brückstein, Hauptmann der erbnachter Späher, Grenzreiter, Viertelelf und Herzfelder.
"Warum muss ich hier die Lügen des Furor hören?"
"Weil es keine Lügen sind." Gab der Rädelsführer zurück und zustimmende Rufe kamen aus der Menge.
Farodien ließ seinen Blick durch die Menge gehen.
"Ist das so? Dann frage ich euch, wo war der Furor in der dunklen Nacht? Wo war er in den Jahren der Besatzung? Wo war er in der Befreiungsschlacht? Ich hab ihn nicht gesehen. Aufgetaucht ist er erst, als nur noch Reste zum auskehren da waren."
"Sie haben den Menschen geholfen und beim Aufbau auch." Kam es aus der Menge.
Der Grenzreiter nickte.
"Das stimmt sie nahmen Weisen auf und haben so manchen Verletzten geholfen. Doch welchen Hof haben sie wieder aufgebaut? Sie haben euch Bürger geholt um, die von ihnen in Besitz genommenen, Motten und Landgüter aufzubauen. Isabella von Tiefensee hat eure Häuser wieder errichtet und Arianna von Eismond tat es ihr gleich. Und wo war der Furor als die Seuche durch unser Land zog? Zwei Schritt vor ihre Tore sind sie gegangen. Und wer zog durch die Baronie? Ein Halbork, eine Heilerin und die wenigen Legaten aus Greifenrast."
“Die Beiden haben Arnold von Ahrnstädt abgeschlachtet!”
“Haben sie das? Ich habe anderes gesehn. Ich sah zwei Männer ehrenhaft streiten und dann einen ehrenhaften Mann selbst zum Richtblock gehen. Ich sah wie der Leichnam Vater Dantioch übergeben wurde, der ihn nach Ahrnstädt bringen sollte. Um ihn in den Riten des großen Drachen ins Penumbra zu geleiten. Ich habe auch gesehen wie Hängist von Ährstätt in seiner Wut nicht nur Soldaten, sondern wehrlose Bürger von Stadt-Erbnacht abgeschlachtet hat. Nur damit seine Spießgesellen klammheimlich fliehen konnten. Ihr scheint euren Anführern ja sehr wichtig zu sein.”
Ein Raunen ging durch die Menge und sichtlich nervös holte der Rädelsführer tief Luft.
“Du erzählst Lügen und verschließt dich der ….”
Ein weiter Mann hatte sich aus der Menge gelöst,eindeutig als der Schmied des Dorfes, und den Rädelsführer niedergeschlagen.
“Schweig, Gambrich. Herr Brückstein gebt ihr euer Wort das eure Worte die Wahrheit sind?”
“Ich schwöre es euch als Grenzreiter und als Herzfelder.”
“Glaubt ihm nicht.” stöhnte Gambrich.
Der Schmied trat ihm in die Seite.
“Ich sagte schweig! Ein Grenzreiter hat geschworen. Deinesgleichen reden nur und haben nie einen Schwur geleistet.”
Der Schmied und der Hauptmann sahen sich an und nickten sich zu. Farodin sah wieder auf die Dorfbewohner.
“Ihr Leute geht zurück an euer Tagwerk. Denkt über das hier nach und bedenkt den Mut des Legaten der zu euch kommt. Trotz das man ihm sagte, dass hier der Furor lebt. Erkennt die Liebe in seinem Tun, und erkennt die Wahrheit in seinen Worten.”
Die Dörfler schauten betreten und zogen sich zurück. Der Späher richtete seinen Blick auf einen Mann und zeigte auf Gambrich.
“Und Büttel, steck diesen da ins Loch damit auch er sein Handeln überdenken kann.”
“Sehr Wohl Herr.” Der Büttel zerrte den gefallenen Rädelsführer auf die Beine und schob ihn vor sich her.
Farodin gesellte sich zu den Soldaten.
“Danke Farodin, ich hatte wirklich Angst das es eskaliert.” bedankte sich der Hauptmann.
“Keine Ursache. Keiner von uns will gegen die Unsrigen kämpfen. Zieht euch zurück. Ich werde hierbleiben und über den Legaten wachen. Das ist ein besseres Zeichen als eine gerüstete Wacheinheit.”
“Wenn dus so willst. Wir werden uns ins Lager zurückziehen, bleiben aber in Bereitschaft.”
“So soll's sein. Wir sehen uns, der Drache beschützt.”
Die Soldaten antworteten mit einem geschlossenem “Der Drache beschützt” und marschierten aus dem Dorf.
Der Späher zog seinen Pfeil aus dem Boden und hörte wie das Dorf zu leben begann. Das Hämmern in der Schmiede, das gackern der Hühner und das muhen der Kühe.
“Großer Drache, beschütze diese Leute und zeig ihnen den rechten Weg.”
Rechtschreibfehler sind im Preis inbegriffen.

Halbtags Dichter und Denker

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