Autor Thema: Aberglaube und sich selbst erfüllende Prohezeihungen  (Gelesen 995 mal)

Offline Niham

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Aberglaube und sich selbst erfüllende Prohezeihungen
« am: Januar 14, 2017, 11:30:22 »
Als Teil von Kharkov ist der Aberglaube in Petrovska wesentlicher Bestandteil des täglichen Lebens. Anbei die wichtigsten und weit verbreitesten Infos darüber:

1) Den Begriff "Aberglaube" wird in Petrovska fast immer mit einer persönlichen Beleidigung gleichgesetzt. In Petrovska selbst sind es "Traditionen", "shaidgefällige Weltsicht", und "das war schon immer so" , wenn man über "Aberglauben" spricht. Jemand auf seinen Aberglauben anzusprechen oder gar zu versuchen, "aufzuklären", wird meist als Angriff auf die Kultur, Familie und schlimmeres gewertet, und entsprechend geahndet (Streit, Schlägereien, dutzende Einheimische rotten sich zu einem Mob zusammen etc).

2) In Petrovska pflegt man in vielen Dingen ein "Schwarz/Weiß" denken, so beziehen sich viele der "shaidgefälligen Weltsichten" auf die zu meidenden Bereiche dazwischen, die Grauzonen oder Schwellen.
« Letzte Änderung: Januar 15, 2017, 12:48:16 von Niham »
Jegor Fjedorowitsch Wilgóra - Shaid Priester (bekannt als Jegor Petrovskowitsch = Kind von Petrovska)

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Re: Aberglaube und sich selbst erfüllende Prohezeihungen
« Antwort #1 am: Januar 14, 2017, 11:41:37 »
"Jeder in Petrovska weiß, das eine Begrüßung auf der Haustürschwelle Unglück bringt und zu Streit führt."

Diese sich selbst erfüllende Prophezeihung ist jedem in Petrovska bis ins Mark verankert. Entweder man bittet den Hausherren vor die Tür (unüblich, wird meist als Vorzeichen für schlechte Botschaften gesehen) oder man betritt das Haus, und tritt vor den Hausherren (oder die Hausdame). Auf der Schwelle stehen zu bleiben und um Einlass zu bitten, wird gleichgesetzt mit einem alten Petrovskamärchen, in dem die Diener des Anderen (Widersacher von Shaid ) kein gläubiges Haus betreten können, wenn man das Böse nicht einlädt. Wer also ins Haus geladen werden will, führt automatisch böses im Schilde. Als Haustürschwelle gelten üblicherweise auch Lagergrenzen, Zelteingänge usw.
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Re: Aberglaube und sich selbst erfüllende Prohezeihungen
« Antwort #2 am: Januar 14, 2017, 11:49:38 »
"Verträge, die auf Wegkreuzungen oder bei Dämmerung (Stichwort Schwellen) abgeschlossen werden, gelten als brüchig und bringen keiner weltlichen Partei einen Gewinn."

In den meisten Verträgen in Petrovska steht die Zeile "Diese Worte wurden im vollen Lichte der heiligen Mutter Shaid verfasst und niedergeschrieben." Fehlt diese Zeile, darf man davon ausgehen, das der Vertrag von beiden Seiten nicht eingehalten werden muss, oder es nur eine Willenserklärung ist, bei der es darum geht, Dinge in Erwägung zu ziehen oder zu versuchen, den Vertrag umzusetzen.
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Re: Aberglaube und sich selbst erfüllende Prohezeihungen
« Antwort #3 am: Januar 14, 2017, 19:55:59 »
"Wer sich beim Handeln nicht hinsetzt, weil er es eilig hat, macht schlechte Geschäfte."

In Petrovska pflegt man Gemütlichkeit, und man lässt sich immer Platz für Verhandlungen. Üblicherweise ist der erste genannte Preis deutlich zu hoch, und fordert so den Kunden auf, ein Wässerchen mitzutrinken um während des Gelages, äh ich meine Gespräches auf den Endpreis zu kommen. Trinkfestigkeit führt mitunter zu den besseren Preisen, versteht sich. Verhandelt wird üblicherweise nur bei neuen Produkten, es wird nicht täglich über die Ziegenmilch gefeilscht, aber einmal pro Jahr setzt man sich schon zusammen, und "verhandelt" neu. Ähnliches mit den anderen Grundnahrungsmitteln wie Vodka oder Brot. Üblicherweise werden die Wintermonate genutzt, soweit es das Reisen zulässt. Nicht unüblich bei besonderen Anschaffungen ist das Verhandeln in Banjas.
Jegor Fjedorowitsch Wilgóra - Shaid Priester (bekannt als Jegor Petrovskowitsch = Kind von Petrovska)

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Re: Aberglaube und sich selbst erfüllende Prohezeihungen
« Antwort #4 am: Januar 15, 2017, 13:12:10 »
"Zigeuner verkaufen Glück in Schachteln. Wird die Schachtel geöffnet, fliegt das Glück davon und es bleibt nichts in der Schachtel zurück."

In Petrovska sieht man die Zigeuner als Menschen, die ihr Leben auf den Schwellen verbringen. Niemand vertraut Ihnen soweit, das man sie ins eigene Haus lädt, aber man ist überzeugt, das Zigeuner gerade deshalb Wissen, wie man die Dinge zum Guten oder zum Schlechten wendet. Man unterstellt ihnen also, den Menschen Glück oder Pech angedeihen lassen zu können. Entsprechend ist das Kaufen von Glücksbringern nicht nur eine Hoffnung auf Glück, sondern vor allem auch ein Abwehren von Pechflüchen, die folgen könnten, wenn man den Kauf verweigert. Üblich bei den Dorfgemeinschaften ist, das das Dorf eine Schachtel eintauscht dafür, das die Zigeuner eine Woche lang in Ortsnähe unbehelligt lagern, und von dort aus Handel mit den Menschen treiben können. Auch sehr förderlich für den Aberglauben ist, das die Zigeuner anscheinend immer Wissen, wer gerade eine Pechsträhne hat und Glück gebrauchen kann, oder wem in letzter Zeit viel Glück und Reichtum widerfahren ist, und deshalb zur Bestätigung seines Glücks ein deutlich schöneres (und teureres) Schächtelchen benötigt.

Weitere Zigeunerhinweise:  -Petrovska-Gesetze: Wer länger als 10 Tage an einem Ort verweilt, gilt vor dem Gesetz als Einwohner von Petrovska und muss Steuern abgeben.
                                          -Zigeuner und die ansässigen Baba Yagas in Petrovska haben meist ein freundschaftliches Verhältnis, so das oft bereits besprochen ist, was die Zigeuner fordern können und   
                                               von wem, bevor die Dörfer die Zigeuner überhaupt zur Kenntnis nehmen. Als Gegenleistung bekommen die Baba Yagas hier schwer erreichbare Ingredenzien.
« Letzte Änderung: Januar 15, 2017, 13:16:01 von Niham »
Jegor Fjedorowitsch Wilgóra - Shaid Priester (bekannt als Jegor Petrovskowitsch = Kind von Petrovska)