Autor Thema: In der Kaserne von Stadt-Erbnacht  (Gelesen 44 mal)

Offline Arianna

  • Vorstandsmitglied
  • Weltenvernichter
  • *****
  • Beiträge: 2434
    • Alizea´s Reich
In der Kaserne von Stadt-Erbnacht
« am: Juli 09, 2019, 23:02:19 »
Auf dem Exerzierplatz der Kaserne von Erbnacht - Stadt schwitzen die Anwärter. Torben Steinkraut, der alte Grenzreiter, hatte sie gescheucht.
Dreißig Runden um den Platz, danach Kampftraining, zwei gegen sechs. Jetzt standen sie in Reih und Glied.
Der Grenzreiter schaute von einem zum anderen.
"Heute werdet ihr erfahren was in Dornengrund geschah."
Ein flüstern ging durch die Reihen der Anwärter, als Lina Steinkraut eine kleine Frau im erbnachter Wappenrock auf den Platz führte.
"Das ist Josephine, eine der fünf Überlebenden vom ersten Halbbanner." Begann Torben.
"Sie wird euch erzählen was in Dornengrund geschehen ist."
Die Anwärter schauten sich neugierig und verängstigt an.
Josephine holte tief Luft und begann zu erzählen. Sie erzählte vom Manöver mit den Truppen aus Rabenmund und den Eichenhainern. Der Nachricht an den Herrn von Sternenschlucht und dem Abzug nach Dornengrund.
Von dem Marsch zu der Zwergenmine und dem durchschreiten dieses magischen Tores in ein geheimes Tal. Der Krypta mit der Dämonin. Wie die Rabenmunder mutig vor rückten und alle in einer Flammenwand zu Asche zerfielen.
Von den Eichenhainern, die trotz der hohen Verluste durch die Angriffe der Dämonin, Ritter, Knappen und Magierin durch den Raum geleiteten. Wie eine weitere Flammenwand unachtsame Kameraden in Asche verwandelte.
Der Ausruf des Herrn von Sternenschlucht "Erbnachter, das Ding ist wie ein schwarzer Paladin, umringt es!". Wie darauf Herman , Lys und Corim, die Grenzreiter, aufsprangen und die Kameraden einteilten.
Von den Kameraden die um die Dämonin herrumtänzelten. Vor- und zurücksprangen um das Biest abzulenken. Wie die verbliebenen Eichenhainer sich ohne Befehl in diesen Tanz einreiten.
Josephine stockte kurz und die Tränen stiegen ihr in die Augen, als sie weiter erzählte.
Wie die Kameraden durch ihren Tanz die Dämonin verwirrten und sie nicht zauberte. Doch fielen immer wieder Kämpfer, getroffen von dem Stab der Gegnerin.
Keiner konnte das magische Feld um das Monster durchdringen. Immer mehr Soldaten fielen, auch Herman und Lys die Grenzreiter.
Doch noch schlimmer war, als die gefallenen Kameraden wieder aufstanden und als Untote gegen ihre ehemaligen Mitstreiter zogen.
Lina hielt vor lauter Bestürzung die Augen aufgerissen und die Hände auf den Mund gepresst. Torben nahm sie tröstend in den Arm.
Josephine berichtete mit nicht mehr ganz so starker Stimme weiter,
wie immer mehr Kameraden unter dem Ansturm der Untoten und den Zaubern der Dämonin fielen. Wie sie und Corim die untoten Harald und Lys besiegten.
Als eine Frau mit Kristall auf der Stirn den Raum betrat, sie alle von den Füssen fegte und die sich weigernde Dämonin mit sich nahm.
Vom aufrappeln der wenigen Überlebenden und dem nachsehen wer diese waren. Fünf Erbnachter, drei Eichenhainer und der Herr von Sternenschlucht mit seinem Waffenknecht.
Als die Ritter und die Magierin zurück kamen. Der Schmerz die toten Kameraden zurück zu lassen weil der Abzug befohlen wurde. Vom herumsitzen an der Zwergenmine bis der Herr von Sternenschlucht Zeit für sie hatte.
Als Josephine mit ihrem Bericht geendet hatte, herrschte Stille. Sie ließ ihren Blick noch einmal über diese neuen Anwärter schweifen und fragte sich, wie vielen davon wohl ein langes und glückliches Leben vergönnt war.
Doch solche Gedanken konnte sie sich nicht erlauben. Sie hatte nur ein paar freie Tage zu hause, bevor sie wieder zurück zu den Truppen musste. Zusammen mit Lina verließ sie den Hof und kehrte in das Gebäude der Kaserne zurück.
Den Anwärtern stand die Angst oder Tränen in den Augen. Eine gefühlte Ewigkeit ging vorüber als eine Anwärterin fragte.
"Wie sollen wir sowas bekämpfen?"
Torben hob den Blick
"Gemeinsam, so wie es die Kameraden in Dornengrund getan haben. Wenn wir vor solch einem Feind stehen werden wir uns alle in die Hosen scheisen.
Aber dann werden wir zusammen stehn. Dann gibts keine Erbnachter oder Eichenhainer oder Rabenmunder mehr. Dann gibts nur noch Galladoorner und einer wird die Hymne anstimmen.
Nach einer solchen Schlacht werden die Lebenden die Toten ehren."
Torben holte Luft und strafte sich.
"Jetzt alle weggetreten und verarbeitet das gehörte. Heute Abend werden wir hier den Toten Kameraden gedenken. Der Drache beschützt."
"Der Drache beschützt!"
Antworteten die meisten der Anwärter.